Projekt „Extra.Klasse“ im Recker Moor

Beim Lernen Schweißperlen auf der Stirn

Im Projekt „Extra.Klasse“ wird der Unterricht in den sogenannten Nebenfächern seit diesem Schuljahr verstärkt in Unterrichtsmodulen mit praktischen Anteilen an unterschiedlichen Lernorten erteilt. Dabei unterstützen verschiedene Kooperationspartner aus der Region die Bildungsarbeit. So fand der Biologieunterricht für die Klasse mit Langzeitpraktikum an zwei Tagen im Recker Moor statt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Am Treffpunkt Libellenturm, von dem man einen Ausblick über die Moorfläche hat, informierte Rainer Seidl von der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) die Schüler über die Geschichte des Moores. So erfuhren die Jugendlichen, dass es sich beim Recker Moor nur noch um einen kleinen Teil von etwa 150 Hektar Fläche eines ehemals 5000 Hektar großen Moores handelt.

Bei der Führung durch das Gebiet vermittelte Rainer Seidl sehr anschaulich die Entstehung des Moores. Er erläuterte, dass Torfmoose, die etwa das 25-fache ihres Gewichtes an Wasser speichern können, zur Bildung von Hochmooren führen: Torfmoose wachsen am Spross stetig weiter, während der untere Teil der Pflanzen aus Lichtmangel abstirbt. Auf diese Weise wachse die Torfschicht jährlich um etwa einen Millimeter.

Besonderen Wert legte Rainer Seidl auf die Bedeutung des Moores für den Klimaschutz. Er nannte beeindruckende Fakten: Nur drei Prozent der Erdoberfläche sind von Mooren bedeckt, diese speichern aber 30 Prozent des im Boden vorhandenen Kohlenstoffes. Durch die Entwässerung der Moore und den Torfabbau werde das klimarelevante Kohlendioxid freigesetzt und trage damit zum Treibhauseffekt bei.

Das Recker Moor steht unter Naturschutz und die ANTL kümmert sich um dessen Erhalt durch Wiedervernässung und Offenhaltung der Flächen. Damit war der Arbeitsauftrag für den praktischen Teil am zweiten Unterrichtstag verständlich: Die zahlreichen Birken, die sich dort angesiedelt haben und dem Moor extrem viel Wasser entziehen, mussten entfernt werden.

Karl-Heinz Löckener, Landschaftspfleger der ANTL, zeigte den Schülern nach einer praxisnahen Einweisung, wie man am effektivsten Birken entfernt. Mit einer Wiedehopfhacke – dieses Arbeitsgerät kannten weder Schüler noch Lehrerinnen – wurde den Birken zu Leibe gerückt. Bei Karl-Heinz Löckener sah die Sache recht einfach aus. Allerdings erfuhren die Jugendlichen, als sie zur Hacke griffen, dass es sich um eine anstrengende und schweißtreibende Tätigkeit handelt. Das trifft auch auf das Wegtragen der Birken zu einem Sammelplatz zu.

Trotz der mühevollen Arbeiten war die Stimmung gut und man hatte laut Bericht jede Menge Spaß. Zudem war die Gruppe stolz, einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Die nächste Zusammenarbeit der ANTL mit dem Projekt „Extra.Klasse“ befasst sich mit dem Thema Streuobstwiesen und Verarbeitung von Äpfeln.

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